Kategorie: Allgemein

Zugang verwehrt – Wie Klassismus unsere Gesellschaft prägt

Lesung und Diskussion mit Dr. Francis Seeck

Die Diskriminierung aufgrund von sozialer Herkunft und Position bestimmt unsere Gesellschaft grundlegend. Klassismus wirkt schon vor der Geburt und bis über den Tod hinaus. So ist etwa der Zugang zu Bildung oder Gesundheitsversorgung davon geprägt, und selbst die Art, wie wir bestattet werden. Die längerfristige gesellschaftliche Entwicklung verschärft die sozialen Unterschiede, die Schere zwischen Arm und Reich geht seit Jahren immer weiter auseinander, die Schranken zwischen den Klassen verfestigen sich. Trotzdem wurde Klassismus bislang kaum beachtet. Das muss sich dringend ändern! Denn nur wenn wir uns mit Klassismus auseinandersetzen, ist eine sozial gerechte Gesellschaft möglich.

Francis Seeck, 1987 in Ostberlin geboren, ist promovierte Sozialwissenschaftler*in und Antidiskriminierungstrainer*in. Als Kind einer alleinerziehenden, erwerbslosen Mutter erlebte Seeck schon früh die Auswirkungen der Klassengesellschaft. Heute forscht und lehrt Seeck zu Klassismus und sozialer Gerechtigkeit, nach einer Vertretungsprofessur für Soziologie und Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg nun als Post-Doc an der HU Berlin. 2020 gab Seeck den Sammelband ›Solidarisch gegen Klassismus‹ mit Brigitte Theißl heraus. 2022 erschien die Streitschrift  ›Zugang verwehrt‹ bei Atrium.

Kluft und Liebe – Lesung mit Josephine Apraku

Liebe feiern mit Sekt und Johannisbeerschorle

Ob in Liedern, Filmen oder Büchern: Liebe wird zu etwas Ungreifbarem, Zufälligem, Schicksalhaftem verklärt. Sie entzieht sich unserem Einfluss und überwindet alle Grenzen. Aber ist das wirklich so? »All you need is love«? Was ist mit Rassismus, Ableismus oder tief verankerten patriarchalen Strukturen und Verhaltensmustern? Was passiert, wenn in einer Liebesbeziehung die eine Person durch ihr Aussehen oder ihr Auftreten von unserer Gesellschaft diskriminiert wird und die andere nicht? Spielt das in dieser Beziehung wirklich keine Rolle?

Josephine Apraku sagt: Doch! Denn Diskriminierung macht auch vor unseren Beziehungen keinen Halt – im Gegenteil. Unsere intimsten zwischenmenschlichen Verbindungen sind im Prinzip Petrischalen unserer Gesellschaft: Was da draußen im Großen passiert, geschieht auch im Kleinen zwischen uns und unseren Lieben. Auch in der Paartherapie wird Diskriminierung als Herausforderung in Beziehungen noch nicht genug Beachtung geschenkt. »Kluft und Liebe« zeigt, wie Diskriminierung uns in der Liebe voneinander trennt, wie wir trotzdem zusammenfinden und daran gemeinsam wachsen können.

Perspektiven ka:punkt 2023

Weihnachten. Sterne. Suche. Sehnsucht.

Das gehört alles zusammen.
Mit Weihnachten startet für den ka:punkt eine besondere Zeit.
Wir wollen uns den Sterndeuter*innen aus der Weihnachtsgeschichte anschließen.
Eine Zeit zum:
Sternegucken,
Aufbrechen,
Wegbegleiter*innen finden,
Fragen stellen,
Geschichten lesen,
Ängste und Sehsüchte hören,
zum sorgfältig Forschen.
Und wir sind gespannt, wo wir stehen bleiben werden,
mit wem wir unsere Schätze
und wer mit uns seine Schätze teilen wird.
Uns begleitet:
Glaube an das Gute und Schöne,
Liebe für die Lichter der Stadt,
Hoffnung auf einen Neuanfang an Ostern.
Wenn du magst,
komm mit,
mit oder ohne Teleskop,
suchend, fragend, hoffend,
nicht allein,
nachdenken über Stadt und Kirche,
Kröpcke, Steintor, Bahnhof,

die Leine, Ihme und den Maschsee.

Philosophisches Café am 13. Dezember

Im Alltag oft genutzt, wird der Ironie sowohl Ablehnung wie auch Bewunderung zu Teil. Wer einen Witz machen möchte, weiß sie auf seiner Seite. Wer sich verhöhnt fühlt, vermutet oft sie als Ursache. Doch nicht nur im Alltag, auch in der Philosophie ist sie kontrovers. Als Stilmittel, Gegenstand der Ablehnung oder gar Lebenseinstellung. Was es dabei zu gewinnen bzw. zu verlieren gibt, soll im Café ebenso diskutiert werden wie die Frage, was das mit der „Ironie des Alltags“ zu tun hat. Die Veranstaltung mit Anne Specht (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover) beginnt am Dienstag, 13.12.22, um 19:00 Uhr. Dies ist der Ersatztermin für die ausgefallenen Termin vom 30.1.22.

Zum Format: Philosophische Fragen sind viel zu wichtig, um sie allein zu behandeln. Das philosophische Café bietet viel Raum, um ins gemeinsame Gespräch und auch ins Diskutieren zu kommen. Dabei geht es um Themen, die im Alltag wie in der Philosophie gleichermaßen bedeutsam sind.

Bibliolog zum Feierabend – “Übers Wasser gehen”

Um Vertrauen und Risiko, Wagnis und Sicherheit, geht es am Montag, 21. November, beim Bibliolog nach Feierabend. Eine Stunde zur Ruhe kommen und zusammen mit den anderen in der Gruppe auf “Entdeckungsreise” gehen: Was steht zwischen den Zeilen eines biblischen Textes?

An diesem Nachmittag steht – passend zu unserem Schwerpunktthema Wasser – die biblische Szene, in der Petrus übers Wasser geht, im Mittelpunkt (Mt 14,22-33).

Bibliolog ist eine frische und lebendige Methode, in die alten Bibeltexte einzutauchen und sie mit der eigenen Lebensgeschichte zu verweben. Jeder Bibliolog ist in sich abgeschlossen und kann einzeln besucht werden.
In diesem Halbjahr tauchen wir ein in biblische Wassergeschichten und greifen
damit das aktuelle Schwerpunktthema auf.
Dieser Bibliolog findet vor Ort im Gruppenraum des [ka:punkt] statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte melden Sie sich bis Freitag, 18.11., dazu an, Tel. 0511-270739-35 oder .

Leitung: Gregor Branahl

“Farbenspiele” anlässlich der Woche der Demenz

Vom 1.-29. September ist im Forum eine Ausstellung anlässlich der Woche der Demenz zu sehen. Die Vernissage findet am Montag, 5. September, um 16:00 Uhr statt. Die Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Hannover e.V., Frau Theresia Urbons, wird in die Ausstellung einführen und über das Projekt “Farbenfroh” berichten.

Seit 7 Jahren erleben von Demenz Betroffene und ihre Angehörigen gemeinsam „Kunst als kreative Auszeit“ von der Alltagsbelastung durch die Demenzerkrankung. Die sozialen Kontakte und die Freude am Gestalten geben neue Impulse, stärken vorhandene Fähigkeiten und eröffnen neue Ausdrucksmöglichkeiten.

Angeleitet und individuell unterstützt wird die Gruppe durch die Künstlerin Birgit Frische und ausgebildete ehren­amtliche Helferinnen. Die Gruppe (12 Teilnehmende) trifft sich in 14tägigem Rhythmus im Workshop im Pavillon.

Die Woche(n) der Demenz in der Stadt Hannover und im Umland finden vom 3.-26. September 2022 mit unterschiedlichen Veranstaltungen statt.

Kontakt: 0511 215 74 65 und:
Alzheimer Gesellschaft: 0511 215 74 65 und/oder 0511 7261505

So schön war die Zeit!

Wieder ein Abschied im [ka:punkt]. Nach zwölf Jahren Mitarbeit im Forum verlässt Michaela Wien-Nothdurft das katholische Beratungs- und Begegnungszentrum in der City, um ihrem Mann zu folgen, der aus beruflichen Gründen nach Frankfurt wechselt. Dass ihr dieser Abschied von den Kolleg*innen und Gästen des [ka:punkt] nicht leicht fällt, war zu spüren. Im Rahmen einer bewegenden Feier wurde sie jetzt verabschiedet. Mit einem Schlager der 50er Jahre und aktualisiertem Text brachten die Mitarbeiter*innen zum Ausdruck, wie sie die Zusammenarbeit erlebt haben: “So schön, schön war die Zeit!” Als Verantwortliche für das Forum war sie Ansprechpartnerin für Gäste und Nutzer*innen des [ka:punkt], koordinierte Termine, hielt Kontakt mit den Ehrenamtlichen und sorgte mit dafür, dass der [ka:punkt] als ein Ort der Gastfreundschaft, als “Segensort”, erlebt wurde. Mehrere Jahre engagierte sie sich darüber hinaus als Mitarbeitervertreterin für die Belange der Kolleg*innen in der MAV des Gesamtverbandes der katholischen Kirchengemeinden in der Region Hannover. So schwang viel Anerkennung und Dankbarkeit in den Abschiedsworten der ehemaligen Mitstreiter*innen mit. Gleichzeitig wurde die Hoffnung laut, dass der [ka:punkt] trotz einer zurzeit noch unklaren Zukunftsperspektive auch weiterhin für die Menschen in der Stadt ein Segensort sein kann.

Bibliolog – Online am 20. Juni

Wohin du gehst, dahin gehe auch ich. (Ruth 1,16)

Bibliolog ist eine frische und lebendige Methode, in die alten Bibeltexte einzutauchen und sie mit der eigenen Lebensgeschichte zu verweben. Jeder Bibliolog ist in sich abgeschlossen und kann einzeln besucht werden.

Passend zum Schwerpunktthema unseres aktuellen Halbjahresprogramms “Gem-Einsamkeit” haben wir einige biblische Texte ausgewählt, die sich mit verschiedenen Aspekten des Alleinseins, der Einsamkeit, aber auch der Zugehörigkeit und der Verbundenheit befassen. An diesem Nachmittag geht es um die Geschichte von Ruth und ihrer Schwiegertochter Noemi.

Leitung: Gregor Branahl, Dipl.-Theologe und Leiter der Lebensberatung. Eintritt frei.

Aufgrund der gute Erfahrungen mit dem Online-Format haben wir uns entschlossen, den “Bibliolog nach Feierabend” auch nach den Lockerungen der Pandemieregeln weiterhin im Internet anzubieten. Bitte melden Sie sich bis spätestens 17. Juni an unter . Sie erhalten dann per Mail Ihre Zugangsdaten für die Online-Platform ZOOM.

Ihr flogen die Herzen zu

Im Rahmen einer bunten Feierstunde am vergangenen Freitag wurde Jutta Johannwerner, die langjährige Leiterin des [ka:punkt] aus ihrem aktiven Dienst im Beratungs- und Begegnungszentrum der katholischen Kirche in der City von Hannover verabschiedet. Aufgrund der Pandemie konnte nur ein kleiner Kreis von geladenen Gästen teilnehmen – aber “die da sind, sind die Richtigen”, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den stellvertretenden Leiter Gregor Branahl begrüßt: Wegbegleiter, Mitarbeitende, Vertreter*innen des Bistums Hildesheim und Kooperationspartner*innen, aber auch die Familie der Pastoralreferentin waren versammelt. In einer Andacht zu Beginn der Abschiedsfeier blickte Propst Dr. Christian Wirtz auf die 13 Jahre, die Frau Johannwerner im [ka:punkt] mitgearbeitet hat, zurück, davon neun als Leiterin. In Anspielung auf die Worte Jesu: “Sorgt euch nicht!” meinte der Regionaldechant: “Eigentlich passen diese Worte gar nicht zu Ihnen. Denn Sie haben sich durchaus gesorgt!” Ob Kulturangebote, Citypastoral, der Dialog mit der Stadtgesellschaft oder die Weiterentwicklung der Beratungsangebote: Sie habe sich für den [ka:punkt], für seine Mitarbeitenden und seine Nutzerinnen und Nutzer eingesetzt. Und sie habe dafür gesorgt, dass der [ka:punkt] als ein starkes Stück Kirche in Hannover und darüber hinaus ein Begriff geworden sei. In ihrem Abschiedsgedicht betonte eine Vertreterin der Ehrenamtlichen, dass der Theologin und Gesprächstherapeutin aufgrund ihrer liebevollen Art die Herzen aller Menschen zugeflogen seien – worauf ein Regen roter Konfettiherzen auf sie niederging. Und da viele, die bei der offiziellen Verabschiedung nicht dabei sein konnten, es sich nehmen lassen wollten, persönlich Abschied zu nehmen, gab es im Anschluss noch einen Flashmob in der Grupenstraße, bei dem zahlreiche Mitarbeitende noch ein Abschiedsständchen sangen und Blumen überreichten. Umrahmt wurde die Feier, die sich bei herrlichem Frühlingswetter zu einem kleinen Straßenfest ausweitete, durch Musik des Jazzduos Blue Moon und die Violin Guys. Die Nachfolge in der Leitung des [ka:punkt] steht noch nicht fest, aber man hofft, dass die Stelle bald wieder besetzt wird.