Kategorie: Auf den [punkt] gebracht

In regelmäßigen Abständen veröffentlichen wir unter dieser Rubrik Beiträge aus den unterschiedlichen Arbeitsbereichen und Beratungsangeboten unseres Hauses: Nützliches, Inspirierendes, Lustiges…

Was ist “geistliche Begleitung”?

Frau S. ruft mich an und fragt, ob sie mit mir reden kann. Sie ist besorgt, weil sie das Empfinden hat, dass ihr ein großer Teil ihres Vertrauens in das Leben und in Gott abhandengekommen ist. Seit dem Tod ihres Mannes treibt sie das um, und sie hat eine große Sehnsucht danach, wieder Vertrauen zu können.

Frau B. hat nach langer Pause wieder Kontakt zu ihrer Mutter bekommen. Eine belastete Beziehung. Sie fragt sich: „Wie kann ich diese Beziehung gestalten? Wie kann ich vergeben, was schicksalhaft zwischen uns steht? Wie kann ich zu ihr finden, ohne mich zu ‚missachten‘? Wie kann ich mit Schuld und Schuldig-bleiben meinen Frieden finden?“

Herr K. ist empört über die Kirche. Zu vieles, was er nicht nachvollziehen kann, zu vieles,
was er rundweg ablehnt, zu vieles, was ihn richtig aufwühlt. Und dennoch gibt es die Erfahrungen des Glaubens in seinem Leben – schöne Erfahrungen von Geborgenheit, von
Gemeinschaft, von Aufgefangenwerden. Mit diesen Erfahrungen hat er gelernt, Gott
in seinem Leben zu entdecken und Gott hat ihm immer geholfen – aber die Kirche?! „Wie kann ich diesen Zwiespalt zusammenbringen?“, fragt er sich, „oder muss ich das gar nicht?“

Vielleicht beschäftigt auch Sie die Frage, was in Ihrem Leben noch fehlt, oder wie Sie sich selbst besser verstehen können. Vielleicht gibt es eine unklare Sehnsucht in Ihnen oder Sie sind ratlos, wie Sie mit den Herausforderungen Ihres persönlichen Lebens umgehen können.

Vielleicht möchten Sie sich mit Ihren Glaubensfragen auseinandersetzen oder Ihre Position zur
Kirche neu bestimmen. Gespräche als Hilfe auf dem Glaubensweg

Geistliche Begleitung ist eine Möglichkeit, das eigene Leben mit Gott ins Gespräch zu bringen und es aus dieser Beziehung heraus mehr und mehr zu verstehen und zu gestalten. Dabei geht es in regelmäßigen Gesprächen um das alltägliche Leben, Wachstum, Krisen und Veränderung.

Wenn Sie an solchen Gesprächen interessiert sind, wenden Sie sich gern an mich. ich stehe Ihnen als gelistliche Begleiterin zur Verfügung.

Kontakt: Jutta Johannwerner, Telefon 0511 270 739-41,


Glück ist kein Zustand

Gerade habe ich in der Schmiedestraße einen Aufruf in einem Geschäft gelesen: „Kauf dich glücklich!“ „Geht das?“, schoss es mir durch den Kopf und mir vielen die Klischees von der Schuhe-kaufenden Frau und dem Porsche-kaufenden Mann ein. Kann dann ohne (viel) Geld niemand glücklich sein? Vergessen Sie’s:  Glück ist nicht käuflich, aber trainierbar. Und allem voraus steht der Entschluss, glücklich sein zu wollen. Ja, Sie haben richtig gelesen, man kann sich entschließen, glücklich zu sein.

Es fängt mit dem Kopf an. Programmieren Sie Ihr Gehirn mit den schönen und beglückenden Erfahrungen ihres Lebens. Rufen Sie sich diese immer wieder ins Gedächtnis. Damit bauen Sie eine positive Grundeinstellung auf, die nicht nur für eine große Dynamik in ihrem Leben sorgt, sondern auch die Basis bildet für Resilienz. Positives Denken kann man trainieren. Dazu eine kleine, ganz alte Geschichte:

Die Geschichte von den zwei Wölfen

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelkind am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt.  Er sagte: „Der Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen. Einer ist schlecht. Er ist die Enttäuschung, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, das Selbstmitleid, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen. Der andere ist gut. Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.“ Das Enkelkind dachte einige Zeit über die Worte seines Großvaters nach, und fragte dann: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“ Der alte Cherokee antwortete: „Der, den du fütterst.“

Quelle unbekannt

Füttern Sie also Ihren Kopf mit den guten Erfahrungen, den stärkenden Erlebnissen und schmeißen Sie die schlechten heraus: „Die Guten ins Köpfchen, die Schlechten ins Töpfchen!“ – könnte man sagen.

Denn Lebenseinstellungen entstehen im Kopf. Ob Sie sich als Pechvogel oder Glückskind fühlen – Sie haben die Wahl! Ob die Flasche halb voll oder halb leer ist – Ihre Entscheidung! Positives Denken fördert Glücksgefühle, lässt Sie Schicksalsschläger besser verarbeiten, stärkt Ihre Gesundheit und das Selbstbewusstsein. Sie können eine positive Lebenseinstellung durch Köperübungen unterstützen: Kopf hoch, sich bewegen, singen. Sie können sich darin üben, nach Schönheit zu suchen und das, was Sie gefunden haben, aufmerksam betrachten und aufnehmen. Schon Platon sagte: „Die Beschäftigung mit Schönheit führt zu Freude und Offenheit und dem Guten im Menschen!“  Dabei reicht es völlig, dass Sie es schön finden! All die schönen Erlebnisse und Entdeckungen können Sie Menschen erzählen, die Ihnen guttun. „Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“, sagte schon Albert Schweitzer.  Und wenn Sie zu denen gehören, die gläubig sind, dann haben Sie das Glück auf Ihrer Seite. Denn religiöse und spirituelle Menschen sind, so zeigen Studien, tendenziell körperlich gesünder als Nicht- Gläubige. Und glücklicher. Denn kaum etwas spendet mehr Zuversicht, Sinn, Selbstvertrauen und Halt als der Glaube an eine höhere Macht, an Gott. Der Tipp „Kauf dich glücklich“ wäre also zu ersetzen durch „Mach dich glücklich!“

Jutta Johannwerner

ist Leiterin des ka:punkt und der Beratungsstelle im Forum.

Sie reist und fotografiert gerne, freut sich an schönen Dingen und an den Menschen, denen sie begegnet.

“Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr…”

„Reisen meint weder das Verlassen des Heimes noch der Heimatstadt, noch des sogenannten Vaterlandes. Reisen meint vor allem: das Verlassen der Gewohnheit.

Günter Kunert –

Bei uns hat die Ferienzeit begonnen. Haben Sie Ihre Tasche auch schon gepackt? Endlich raus, aus dem Alltag; es war ja auch anstrengend genug! Seit Monaten alles unter erschwerten Bedingungen im Beruf, im Privatleben, in der Schule. Wie kann ich da jetzt einmal abschalten, Luft holen, mich unbeschwert und leicht fühlen? An welchem Ort geht das und wie geht das? Ich vermute einmal, das sind Fragen, mit denen Sie sich beschäftigt haben in den letzten Wochen. Silke Weinig hat einmal Erholungstypen klassifiziert:

 Der kulturelle Entspannungstyp

Sie entspannen sich gut bei Literatur, Musik.,Kunst und Kultur. Der Besuch von Museen und Ausstellungen, Theater, Konzerten oder Vorträgen bringt Sie auf andere Gedanken, oder das Lesen, Schreiben, Fotografieren, Malen, Zeichnen. Besuchen Sie Kurse!

Der aktive Entspannungstyp

Nichtstun fällt Ihnen eher schwer. Am besten schalten Sie ab, wenn Sie etwas tun. Werkeln Sie etwas oder arbeiten Sie im Garten, wenn Sie einen haben, sogar Aufräumen kann entspannend sein. Probieren Sie neue Rezepte aus! Beim Wandern, Wassersport, Radfahren usw. sind Sie in Ihrem Element.

Der sportliche Entspannungstyp

Sie entspannen sich am besten, wenn Sie sich so richtig auspowern. Gleichgültig, welche Aktivität es ist, Sie brauchen Herausforderungen.

Der gesellige Entspannungstyp

Sie fühlen sich so richtig wohl, wenn Sie mit anderen zusammen sind. Dabei übernehmen Sie gerne auch Aufgaben mit anderen und für andere. Sie finden Entspannung in einer sozialen Aufgabe, geselligen Veranstaltungen, Gruppenausflügen.

Der Wellness Entspannungstyp

Sie mögen es, Körper und Geist zu verwöhnen. Sie entspannen sich gerne in der Badewanne, in der Sauna, am Strand, am See, im garten – überall, wo es ruhig ist und zum „Wegdösen“ einlädt.

Haben Sie sich darin irgendwo wiedergefunden? Und haben Sie Ihren „Typ“ bei der Planung berücksichtigt? Egal, ob Sie wegfahren oder zuhause bleiben, ein paar Basics können Sie überall berücksichtigen:

  • Sperren Sie alle Themen die mit Arbeit/ den gewohnten Alltag zu tun haben in einen „Schrank“ und holen Sie alles erst am Ende wieder hervor. Distanzieren Sie sich psychisch (so) von Ihrem Arbeitsalltag für die Dauer Ihres Urlaubs.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie genügend Schlaf bekommen. Das kann auch ein Power-Nap im Laufe des Tages sein – so, wie es Ihren Bedürfnissen am besten entspricht.
  • Bewegung ist wichtig. Die Seele entspannt sich mit körperlicher Anstrengung.
  • Lenken Sie Ihr Interesse, ihre Aufmerksamkeit auf etwas Neues. Lernen Sie im Urlaub etwas Neues oder probieren Sie etwas Neues aus.
  • Seien Sie achtsam und versuchen sie, das, was Ihnen gerade begegnet mit allen Sinne aufzunehmen: beim Spaziergang am Strand, im Wald, beim Stadtbummel – selbst im Supermarkt.
  • Durchbrechen Sie Ihren gewohnten Alltagsrhythmus – machen Sie auf jeden Fall etwas anders!

So kann es für Sie entspannend und erholsam werden. Jedenfalls wünschen wir es Ihnen sehr und vielleicht kann ja auch ein Kaffee im ka:punkt dazu gehören.

P.S.: Dies alles gilt übrigens nicht nur für den Urlaub, sondern auch für die Freizeit im Alltag!

Jutta Johannwerner

ist Leiterin des ka:punkt und der Beratungsstelle im Forum.

Sie reist und fotografiert gerne, freut sich an schönen Dingen und an den Menschen, denen sie begegnet.

Weil Nähe zählt

Es sieht gut aus. Die Corona-Inzidenzen sind einstellig, mancherorts sogar auf Null, immer mehr Menschen sind durch Impfungen besser geschützt, Restaurants und Kulturstätten öffnen wieder. Alles wie früher!?

Sicherlich bin ich nicht der einzige, den die Pandemie auf dem linken Fuß erwischt hat. Mein Altersruhestand war noch keine 3 Monate alt, da hieß es: „Zu Hause bleiben!“ Für wie lange? Zwei Wochen, drei oder vielleicht sogar vier, so hatte ich geglaubt. Es gab keine zufälligen Begegnungen mehr. Die Kolleg*innen waren weit weg, die Nachbarschaft in der neuen Heimat (wir waren anlässlich des Ruhestandes umgezogen) kannte ich noch nicht, auch beim Einkaufen nur unbekannte Gesichter.

Überraschende Erfahrungen

Aus den erwarteten Wochen wurden Monate. Um Kontakt mit anderen zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen, musste auch ich andere Wege erproben. Skype kannte ich bereits; ein Einstieg. Zoom und Teams kamen dazu und so fühlte sich das Leben dann bald wieder etwas lebendiger an. “Weil Nähe zählt”, lautet ein Leitspruch der Malteser, das will auch zu Pandemiezeiten gelebt sein. Zu Online-Sitzungen kamen zunehmend private Runden und dann sogar Gebetsabende und Schriftgespräche, wo wir uns online über Bibelstellen austauschen; was für eine überraschende Erfahrung! Selbst Freunde, die alters- oder Gesundheitsbedingt kaum noch am öffentlichen Leben teilnehmen können, waren nun wieder dabei. Und das nicht nur in der Nachbarschaft. Die Digitalität erlaubt Runden unabhängig vom Wohnort. Es gab Abende, da waren die Teilnehmenden über ganz Deutschland verstreut. Auch das Alter war kein Hindernis.

Eine Dame im stolzen Alter von 86 Jahren schickte Ihren Sohn los, der musste ihr ein Tablet kaufen und einrichten. Nach kleinen Startschwierigkeiten berichtete sie strahlend, dass sie Ihren Mann zu Hause pflegt und sich riesig auf unsere abendlichen Online-Runden freut, die zu den wenigen Kontaktmöglichkeiten gehören, die ihr geblieben sind. An anderen Bildschirmen tauchten Kindergesichter auf, die in die Kamera schauten und zusammen mit Vater und Mutter aktive Teilnehmende der Runde waren.

Kontaktpflege hat sich verändert

So hat die Pandemie meine Kontakte nicht wesentlich eingeschränkt, aber erheblich verändert. Waren die Corona-Bedingungen günstig und Zusammenkünfte erlaubt, kam es immer wieder zu Verabredungen „in Präsenz“; Ausflüge oder Wandertage. Wenn ich heute mit Maltesern oder auch mit Verwandten telefoniere, kommt es häufiger vor, dass, wir auf Skype oder Teams umsteigen und das Gespräch als Videotelefonie fortsetzen. So war und ist Nähe möglich!

Wenn alles gut geht, uns eine vierte Corona-Welle erspart bleibt und das öffentliche Leben sich weiter normalisiert, möchte ich diese guten Erfahrungen nicht missen. Gerade im Blick auf das weiter steigende Durchschnittsalter in Gesellschaft und Kirche sind diese Erfahrungen Hoffnungsspender: Alt werden, krank sein, das muss nicht das Ende der Kontakte bedeuten! Auch die weiter zunehmende Mobilität muss nicht heißen, dass wir uns aus den Augen verlieren.

Nähe lässt sich häufig nicht in Kilometern oder Zentimetern ausdrücken, sie ist oft eine Frage offener Herzen und der praktischen Möglichkeit, in Kontakt zu treten und zu bleiben. So wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, dass Sie, egal was kommen mag, nicht abgehängt werden, sondern gut im Kontakt sind und bleiben mit den Menschen, die Sie lieben und die Ihnen anvertraut sind. Weil Nähe zählt!

Thomas Müller

Thomas Müller

Diakon i.R. im Bistum Hildesheim, Referent für Malteser Pastoral

Er genießt Ruhestand und Opa sein und erlebt immer wieder: “In jede Zeit hat Gott den Funken der Ewigkeit gelegt!” (Koh 3,11)

Vergeben und vergessen…

Wir hocken aufeinander, die Nerven liegen blank; manches Wort, das fällt, verletzt, mancher Tonfall verschreckt–wir machen uns das Leben schwer. Wann waren Sie zuletzt in so einer Situation, in der Sie das Gefühl hatten, da habe ich mich falsch verhalten. Oder umgekehrt: das Verhalten des/der anderen hat mich wirklich verletzt. Es tut mir weh, was da gesagt wurde oder was passiert ist.

Entschuldigen bedeutet nicht ungeschehen machen

Sich zu entschuldigen hilft, auch wenn es nichts ungeschehen macht. Kein Schwamm drüber! Aber es macht deutlich, dass ich verstehe, dass ich mich falsch verhalten habe; dass ich bemerke, wie ich den/die andere*n verletzt habe; dass ich mein Verhalten ändern will. Um Verzeihung bitten oder zu verzeihen bedeutet: Wir wollen wieder gut sein, es soll ausgeräumt sein, was zwischen uns steht. Frieden finden zwischen dir und mir, ist ein erstrebenswertes Ziel. Es macht das Leben leichter, weiter, tiefer und reicher.

Doch was ist zu tun, wenn Unverzeihliches passiert? Oder wenn ich nicht verzeihen kann oder will? Wie kann ich verhindern, dass mich dieser Schmerz gefangen hält und mich am Leben hindert? Wie kann ich mich so lösen, dass nicht Groll und Verbitterung mein Leben bestimmen? Wie kann der Friede in meinem Leben wieder Platz nehmen?

Zu vergeben ist vor allem eine Entscheidung:

  • Vergeben bedeutet nicht, zu vergessen oder zu entschuldigen.
  • Vergebung ist unabhängig vom anderen. Es ist egal, ob er/sie sein/ihr Verhalten als falsch erkennt und sich ändern will. Es ist auch unabhängig davon, ob es eine übereinstimmende Auffassung von der Vergangenheit gibt.
  • Vergebung bedeutet, dass ich etwas weggebe: das Recht auf Rache; das Bedürfnis, das Unrecht immer wieder zur Sprache zu bringen; das Recht auf Wiedergutmachung.
  • Vergebung kann ein langer Prozess sein.
  • Vergebung löscht nicht meine Verletzung, meint nicht: alles ist wieder gut zwischen uns. Aber sie befreit mich von der Fessel des Vergangenen und evtl. auch von der Person, die mich verletzt hat.
  • Vergebung ist die Voraussetzung für einen Neuanfang – vor allem mit mir selbst!

Inneren Frieden zu finden, ist ein erstrebenswertes Ziel. Manchmal muss man dafür auf etwas verzichten. Doch es lohnt sich! Denn innerer Frieden setzt Energien frei, lässt uns (auf)-atmen und weit werden!

Jutta Johannwerner

ist Leiterin des ka:punkt und der Beratungsstelle im Forum.

Sie reist und fotografiert gerne, freut sich an schönen Dingen und an den Menschen, denen sie begegnet.

Kaum zu glauben…

Haben Sie die Fernsehsendung mit diesem Titel schon einmal gesehen? Da kommen Menschen mit besonderen Geschichten oder Fähigkeiten ins Studio und das Rateteam muss mit einem etwas verquasten Hinweis und den richtigen Fragen herausfinden, was denn kaum zu glauben ist.
Auf die richtigen Fragen kommt es an!

Kaum zu glauben

Im NDR wird gerade wieder der/die Behindertensportler*in des Jahres gewählt. Beeindruckend, mit welcher Energie und Motivation Menschen es schaffen, sich aus den Defiziten und dunklen Zeiten herauszuarbeiten und sich nicht unterkriegen zu lassen. Sie schaffen es, neue Ziele zu entdecken, die sie erfüllen, die ihnen Kraft geben und durch die sie ein glückliches, erfülltes Leben führen.
Auf die richtige Einstellung kommt es an.

Kaum zu glauben

Seit Monaten wird unser Leben bestimmt von etwas, was wir mit unseren bloßen Augen gar nicht sehen können: einem Virus. Aber es ist ja nicht nur das Virus, das unseren Alltag (im Moment) bestimmt. Unser Alltag ist voll von Dingen, die wir nutzen und die wirken, ohne dass wir sie sehen können: Radiowellen, Strom oder UV-Licht zum Beispiel.
Auf die richtige „Sehhilfe“ kommt es an.

Kaum zu glauben

Wir feiern Ostern. Kaum zu glauben, was uns da berichtet wird. Vielleicht weiß deshalb jeder 5. Deutsche überhaupt nicht mehr, was an Ostern gefeiert wird. Zu unglaubwürdig, zu skurril: Jesus ist von den Toten auferstanden. Das Leben hat den Tod besiegt. Eine Botschaft gegen alle Naturgesetze. Eine Botschaft gegen alle Erfahrung. Ist das wirklich so?
Da wird einer Mutter gesagt: „Nach unserer Erfahrung wird Ihr Kind immer auf Hilfe angewiesen sein und niemals alleine leben können.“ Heute arbeitet dieses Kind Vollzeit in einem ganz normalen Beruf und ist Paraspitzensportler. Ein Auferstehungserlebnis?
Da kommt einer, der sieht aus wie aus einer anderen Welt: extravagant, arrogant, kein Sympathieträger. Und dann werden die richtigen Fragen gestellt und er entpuppt sich als jemand der sich mit Herzblut engagiert für Menschen auf der Schattenseite des Lebens. Ein Auferstehungserlebnis?

Zu glauben ist,

dass der Tod nicht nur am Ende unseres Lebens steht, sondern auch schon mitten drin. Wir brauchen die richtigen Fragen, wir sollten mit dem Unwahrscheinlichen rechnen und offen für Wunder sein, wir brauchen „Sehhilfen“, die uns möglich machen, die Wirkung der Auferstehung zu erleben.

(Jutta Johannwerner)

Abstieg von “Wolke 7″…?

„Zu Anfang war alles rosarot. Welch ein Glück, dass ich diesen Menschen kennengelernt habe. Er ist wie ich! Wir denken gleich, wir lieben die gleichen Dinge, wir haben die gleichen Interessen und im Bett stimmt es auch! Ich war überglücklich – zu Anfang!“

So oder so ähnlich könnten das wohl viele schwer verliebte Menschen sagen. Damit ist die Verliebtheitsphase treffend beschrieben. Und die Hoffnung ist groß, dass das für immer so bleiben möge – bis am Horizont die ersten Differenzen auftauchen.

Häufig haben massive Konflikte einmal klein angefangen. Schlechte Erfahrungen beim Austragen von Konflikten führen dazu, dass die Hoffnung auf einen konstruktiven Verlauf des Gesprächs und eine gemeinsame Lösung allmählich aufgegeben wird. Eine Mischung aus Erschrecken über sich selbst und den anderen, die schmerzliche Erfahrung, dass ich mich nicht verständlich machen kann, bis hin zum „Feind in meinem Bett“ beschreibt den stufenweisen „Abstieg von Wolke 7“.

Das Paar schwingt sich im Laufe der Zeit ein in unterschiedliche Varianten des geübten Streitens, der Missverständnisse, Kränkungen und Enttäuschungen. Der Zauber des Anfangs ist längst verflogen. Manche Paare überleben diesen Abschwung nicht als Paar. Sie trennen sich. Zu groß sind die Enttäuschungen, Verletzungen und gegenseitigen Abwertungen. Zu klein die Hoffnung, dass sich etwas ändern könne.

Zufriedene Paare sprechen anders miteinander

Untersuchungen zufolge beschreiben Paare, die zufrieden in ihrer Beziehung sind, die gleichen Konfliktthemen, wie Paare, die ihre Beziehung als schlecht bewerten. Das ist eine interessante Erkenntnis, heißt sie doch: Wir können es überhaupt nicht vermeiden, uns über den/die andere/-n zu ärgern oder in heftige Auseinandersetzungen zu geraten. Einerseits lässt das hoffen, andererseits aber auch fragen: wie schaffen es manche Paare aus dem gefährlichen Abwärtstrend ihrer Beziehung auszusteigen?

Zufriedene Paare sprechen bei Problemen in ihrer Beziehung häufiger über sich, über ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse und vermitteln dem Partner/der Partnerin, dass sie ihn und seine/ihre Äußerungen grundsätzlich akzeptieren.
Paare, die ihre Beziehung als schlecht bewerten, drücken sich verbal und nonverbal wesentlich negativer aus, kritisieren ihre Partner häufiger, werten ab, stimmen den Äußerungen des anderen seltener zu und rechtfertigen sich und ihr Verhalten öfter. Und: Sie wissen schon immer, wie der andere reagieren wird.

Aussteigen aus dem Teufelskreis

Deutlich unterscheiden sich zufriedene von unzufriedenen Paaren auch in ihrem Umgang bei Konfliktgesprächen, in denen sich die Partner gegenseitig kritisieren, beschuldigen, Vorwürfe machen oder Vorschlägen des anderen nicht zustimmen.
Paaren mit hoher Beziehungsqualität gelingt es, solche Zuspitzungen nach kurzer Zeit abzubrechen. Sie finden leichter eine andere Perspektive auf die Dinge. Sie steigen aus dem Teufelskreis aus und suchen nach Lösungen. Unzufriedene Paare scheinen keinen Ausstieg aus der Negativspirale zu finden.

Die Ursachen für die Verwerfungen in einer Beziehung sind unterschiedlich, die Anlässe, worüber gestritten wird, ähnlich. Paarberatung versucht Einblicke in die Hintergründe und Ursachen und deren Auswirkungen zu geben. Die Arbeit mit Paaren in der Beratung wirbt um Verständnis für- und Verständigung untereinander. Das Aussteigen aus der Negativspirale und eine Entwicklung der Beziehung ist in den allermeisten Fällen möglich. Aber: Man muss es wollen! Und: Man darf nicht zu spät damit anfangen!

In der EFL – Lebensberatung im [ka:punkt] unterstützen wir Sie als Paar gerne dabei, an den besten Zeiten Ihrer Liebe anzuknüpfen und einen verständnisvolleren und versöhnlichen Umgang mit Unterschieden und Konflikten zu entwickeln. Probieren Sie es aus! Vereinbaren Sie einfach einen Termin für ein erstes Gespräch. Unsere Beratung ist kostenlos, vertraulich und professionell.

B.B.

Pass auf dich auf!

Die Covid 19 Pandemie stellt uns weltweit vor viele neue Herausforderungen. Auf der einen Seite erleben wir viel Solidarität und Zusammenhalt, auf der anderen Seite Einsamkeit und Überforderung durch diese Ausnahmesituation.
In Zeiten wie diesen können wir aber vor allem aus Bereichen lernen, in welchen die betroffenen Personen schon immer mit Ängsten und Sorgen zu tun haben und zusätzlich auch durch ihre Erkrankung in vielen Lebensbereichen stärker auf sich achten müssen.
Konkret möchten wir von der Krebsberatung hier einige Beispiele nennen, wie Sie ihr Immunstem stärken und somit Ihre Gesundheit positiv beeinflussen können.

Sorgen Sie für Bewegung

Eine der wenigen noch erlaubten Freizeitbeschäftigungen in dieser Zeit ist zum Beispiel das Joggen im Park oder die Wanderung im Wald. Wenn Ihnen das ein zu hohes Ziel ist: Einen kleinen Spaziergang schaffen die meisten von uns! Bewegung hilft uns zusätzlich dabei Übergewicht zu vermeiden. Gerade im Winter tendieren wir dazu, uns viel mehr zuhause aufzuhalten und wenn dann der zweite Lockdown dazu kommt, fällt es uns umso schwerer, sich ausreichend zu bewegen. Es lohnt sich aber für Körper und Geist!

Ernähren Sie sich gesund

Essen Sie ausgewogen und gesund: viel Getreide, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse. Vermeiden Sie Zucker und Salz (Achtung Fertiggerichte!) und essen Sie so wenig Fleisch wie möglich.
Nutzen Sie doch die freie Zeit mal wieder frisch zu kochen!
Wir haben da einen tollen Rezepttipp für Sie:
Schnelle, gesunde Bowl mit Pistazien

Außerdem: Verzichten Sie auf Alkohol, Zigaretten und andere Stoffe, die Ihnen nicht guttun. Weitere Information dazu erhalten Sie zum Beispiel auch auf der Website der Deutschen Krebshilfe e.V.

In diesem Sinne bitten wir Sie, auf sich selbst und Ihre Mitmenschen zu achten. Gemeinsam können wir diese schwierige Zeit überwinden.!

Steven Filitz, Mitarbeiter des Krebsberatungszentrums des Caritasverbandes Hannover im [ka:punkt]

Ordnung ist das halbe Leben

Das neue Jahr hat frisch angefangen und vielleicht haben Sie diesen Start geschmückt mit guten Vorsätzen. Ein paar Kilo abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, Freundschaften besser pflegen – was man sich so vornimmt mit den besten Absichten.
Wir finden, es ist auch ein guter Zeitpunkt, seine finanziellen Dinge mal wieder auf Vordermann zu bringen. Unser Schuldnerberater kennt sich aus und rät von der großen Tasche oder der untersten Schublade, in die hinein alles verschwindet, erst einmal ab. Hier sind seine Tipps:


Einige Tipps von der Schuldnerberatung zum Thema Haushaltsplanung

Wir empfehlen, sich mit dem Thema Geld und Ausgaben zu beschäftigen!
Das heißt, die Rechnungen nicht ungeöffnet in Taschen oder Schubladen verschwinden zu lassen, sondern zu lesen und sortiert aufzubewahren.
Das heißt auch, sich einen Überblick über Ihre monatlichen Einnahmen zu verschaffen, die Kontoauszüge zu kontrollieren – damit nicht jemand anders mit Ihrem Geld einkaufen geht.
Erstellen Sie einen Haushaltsplan und notieren Sie alle festen Ausgaben. Wenn Sie diese dann von den Einnahmen abgezogen haben, wissen Sie, wie viel Ihnen im Monat zur Verfügung steht.
Dann können Sie die “Top-Ten” der Ausgaben erstellen. Die ersten Plätze sind schon vorgebucht: Lebensmittel, Körperpflege, Kleidung. Dann kommt der Rest, individuell gestaffelt nach Ihren Bedürfnissen, jeder Posten individuell ausgestattet mit einem Betrag, der Ihren Möglichkeiten und Wünschen entspricht.
So kann das neue Jahr sortiert und geordnet beginnen und es macht auch viel weniger Arbeit, neue Dokumente in ein bestehendes System einzuordnen! Sie haben den Überblick! Sie entscheiden! Ein gutes Gefühl!

Partnerschaft – Lassen Sie sich nicht überfluten!

Kennen Sie das? Wie aus dem Nichts wird aus einem Gespräch ein Streit. Ein Wort gibt das andere und am Ende fühlen beide sich schlecht und unverstanden. Wie konnte das passieren? Der amerikanische Paarforscher John Gottmann hat über Jahrzehnte Paare beobachtet und daraus interessante Schlüsse für das Gelingen und das Misslingen von Liebesbeziehungen gezogen. Für ihn ist die Überflutung mit negativen Gefühlen der Hauptgrund, der dazu führt, dass unser Gespräch einen unguten Verlauf nimmt.

Häufig ist es so, dass Streit zumindest bei einem der Partner zu Stress führt, der sich auch körperlich wahrnehmen lässt: Der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskelspannung steigt, der Mund wird trocken… – der Körper ist auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion programmiert. Die Teile unseres Gehirns, die uns ermöglichen, uns in den anderen hinein zu versetzen, sind lahmgelegt. Der Sinn für Humor geht verloren und die Fähigkeit zuzuhören oder gemeinsam Probleme zu lösen sind ausgeschaltet.

Es gibt Schöneres als Streit

Es gibt Schöneres, als sich über Kleinigkeiten oder Grundsatzfragen aufzuregen. Manchen Paaren dient das Streiten dazu, überhaupt miteinander im Kontakt zu sein und sich die Aufmerksamkeit des anderen zu sichern. Doch die Kollateralschäden sind auf Dauer zerstörerisch.

Vorwurfsvolle Kritik, Rechtfertigung und Gegenangriff, verächtliche Ironie oder Mauern und Rückzug sind für den Paarforscher Gottmann die „apokalyptischen Reiter“, die das drohende Ende einer Beziehung ankündigen. Wenn sie am Horizont auftauchen, ist es höchste Zeit, einen Ausweg aus dem Teufelskreis von Kampf und Rückzug zu suchen.

Aber wie lässt sich die Überflutung mit negativen Gefühlen verhindern?

Zunächst sollten wir uns fragen, ob wir so weitermachen wollen. Wenn wir uns bewusst entscheiden, freundschaftlicher miteinander umzugehen und den anderen nicht als Gegner zu betrachten, stehen uns verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Fragen Sie sich: Ist der Zeitpunkt günstig, einen Streitpunkt anzusprechen? Finden Sie einen sanften Einstieg! Beginnen Sie nicht mit einem Vorwurf oder einer Kritik, sondern sprechen Sie von sich, von ihren Wünschen und Bedürfnissen. Hören Sie sich gegenseitig zu, ohne schon Gegenargumente zu überlegen oder in Rechtfertigung zu verfallen. Zunächst geht es nur um das Verstehen, nicht um die Problemlösung! Übernehmen Sie Verantwortung für Ihren Beitrag zum Konflikt und akzeptieren und erwidern Sie versöhnliche Zeichen.

Schützen Sie sich vor Überflutung!

Unterbrechen Sie das Gespräch, wenn Sie merken, dass Sie von unangenehmen Gefühlen überflutet werden und machen Sie einen Vorschlag, wann Sie das Gespräch wiederaufnehmen können. Tun Sie bis dahin – für sich oder auch gemeinsam – etwas, das Ihnen hilft sich zu beruhigen und den Stress herunterzufahren.

Es ist nicht einfach, aus verfestigten Streitmustern auszusteigen. Aber es ist möglich!

Falls es Ihnen schwerfällt, finden Sie in der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle Unterstützung. Wir bieten auch Kommunikationstrainings für Paare an, die sich eine liebevollere Gesprächskultur wünschen.

(Gregor Branahl)