Mein Weg zur Arbeit – heute mal ganz anders!

Es ist 8.30 Uhr, das Frühstück war gut. Normalerweise fahre jetzt mit dem Fahrrad zum Bahnhof, dann weiter mit dem Zug nach Hannover und zu Fuß geht’s dann zum [ka:punkt]. Zugfahren fehlt mir nicht wirklich, die Bewegung dafür umso mehr. Mir tut es gut, morgens mit dem Rad zu fahren. Das hilft mir wach zu werden. Es ist schön, den Fahrtwind auf der Haut zu spüren.

Nach einer Woche Autofahren und den ersten Tagen am privaten Schreibtisch zuhause habe ich heute entschieden, wieder „zur Arbeit zu gehen“. Das Wetter ist wunderbar, die Sonne scheint. Es ist noch leicht gefroren. Also nichts wie los. Schon bin ich hinter unserem Haus. Noch kurz durchs Viertel und das Feld und der Hügel liegen vor mir. Welch ein Luxus!

Das geht in der Stadt nicht ganz so schnell. Wenn Sie möchten, kommen Sie in Gedanken gerne mit. Ich habe eh gerade an Sie und Euch, an die Menschen, die tagtäglich in den [ka:punkt] kommen und die, die unserem Haus eng verbunden sind, gedacht. „Liebe Grüße und A Dios!“

Hören sie auch die Stille morgens in der Stadt – und so früh ist es doch jetzt gar nicht mehr. Momentan fahren kaum Autos, man begegnet keinen oder nur wenig Menschen.

Gerade habe ich den Feldweg erreicht. Es geht bergan und mein Schritt ist zügig. Schnell wird mir warm. Die Nasenspitzte ist ganz kalt. Doch das macht nichts. Die Luft ist sauber, klar, ein wenig eisig. Atmen tut gut! Es macht Freude, so richtig durch zu schnaufen und alles auszuatmen.

Probieren Sie das doch auch mal aus, vielleicht morgen an Ihrem offenen Fenster! Vielleicht finden Sie ja Gefallen an der kleinen Sauerstoffdusche zu Beginn des Tages oder mal zwischendurch!

Ich gehe weiter. Die Sonne erleuchtet die Natur, die Farben sind unglaublich intensiv. Alles liegt in einem zauberhaften Licht. Auf Höhe der Schafweide stoppe ich kurz – ein Foto für Sie und Euch.

Ich bin so froh, dass ich mich aufgerafft habe und wirklich zu meinem Arbeitsplatz gehe. Es fühlt sich ganz anders an, wenn ich mich vorher richtig bewegt habe und nicht nur den Raum wechsele. Und so ganz nebenbei werde ich auf diesem Weg sogar noch mit wunderschönen Bildern der Natur beschenkt. Mir hilft das aufzutanken.

Noch ein paar Meter weiter und ich bin oben angekommen. Jetzt begegnet mir der erste Mensch, ein Läufer. Ganz schön schnell ist der. Ich hingegen versuche das Tempo zu reduzieren, gönne mir einen Blick über die Stadt, die noch im Dunst liegt.

Dankbarkeit spüre ich und ich fühle mich gestärkt und gewappnet, im wahrsten Sinne des Wortes in Richtung Dunst zu gehen. Doch damit kommen auch wieder all die Fragen. Die möchte ich jedoch noch gar nicht hören. Jetzt gehe ich! Auf Fragen suche ich nachher wieder Antworten! Tatsächlich hilft mir das Ausatmen dabei, mich wieder auf den Weg zu konzentrieren. Gut hinstellen, einatmen und ganz tief ausatmen, so lange, bis fast nichts mehr geht. Hat geholfen! Ich sehe die Schlüsselblumen, die von der nächtlichen Kälte noch ganz schlapp sind. Ich sehe Motive, die ich für meine Kartensammlung fotografiere. Ich sehe ganz viel Schönes in der momentan auf den Kopf gestellten Welt. Danke!

Schon stehe ich wieder vor meiner Haustür! Der Weg tat gut und vielleicht kann ich mich später davon überzeugen, auf diese Weise den Rückweg anzutreten. Darauf hoffe ich!

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