Schlagwort: Geschichte

Glück ist kein Zustand

Gerade habe ich in der Schmiedestraße einen Aufruf in einem Geschäft gelesen: „Kauf dich glücklich!“ „Geht das?“, schoss es mir durch den Kopf und mir vielen die Klischees von der Schuhe-kaufenden Frau und dem Porsche-kaufenden Mann ein. Kann dann ohne (viel) Geld niemand glücklich sein? Vergessen Sie’s:  Glück ist nicht käuflich, aber trainierbar. Und allem voraus steht der Entschluss, glücklich sein zu wollen. Ja, Sie haben richtig gelesen, man kann sich entschließen, glücklich zu sein.

Es fängt mit dem Kopf an. Programmieren Sie Ihr Gehirn mit den schönen und beglückenden Erfahrungen ihres Lebens. Rufen Sie sich diese immer wieder ins Gedächtnis. Damit bauen Sie eine positive Grundeinstellung auf, die nicht nur für eine große Dynamik in ihrem Leben sorgt, sondern auch die Basis bildet für Resilienz. Positives Denken kann man trainieren. Dazu eine kleine, ganz alte Geschichte:

Die Geschichte von den zwei Wölfen

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelkind am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt.  Er sagte: „Der Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen. Einer ist schlecht. Er ist die Enttäuschung, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, das Selbstmitleid, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen. Der andere ist gut. Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.“ Das Enkelkind dachte einige Zeit über die Worte seines Großvaters nach, und fragte dann: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“ Der alte Cherokee antwortete: „Der, den du fütterst.“

Quelle unbekannt

Füttern Sie also Ihren Kopf mit den guten Erfahrungen, den stärkenden Erlebnissen und schmeißen Sie die schlechten heraus: „Die Guten ins Köpfchen, die Schlechten ins Töpfchen!“ – könnte man sagen.

Denn Lebenseinstellungen entstehen im Kopf. Ob Sie sich als Pechvogel oder Glückskind fühlen – Sie haben die Wahl! Ob die Flasche halb voll oder halb leer ist – Ihre Entscheidung! Positives Denken fördert Glücksgefühle, lässt Sie Schicksalsschläger besser verarbeiten, stärkt Ihre Gesundheit und das Selbstbewusstsein. Sie können eine positive Lebenseinstellung durch Köperübungen unterstützen: Kopf hoch, sich bewegen, singen. Sie können sich darin üben, nach Schönheit zu suchen und das, was Sie gefunden haben, aufmerksam betrachten und aufnehmen. Schon Platon sagte: „Die Beschäftigung mit Schönheit führt zu Freude und Offenheit und dem Guten im Menschen!“  Dabei reicht es völlig, dass Sie es schön finden! All die schönen Erlebnisse und Entdeckungen können Sie Menschen erzählen, die Ihnen guttun. „Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“, sagte schon Albert Schweitzer.  Und wenn Sie zu denen gehören, die gläubig sind, dann haben Sie das Glück auf Ihrer Seite. Denn religiöse und spirituelle Menschen sind, so zeigen Studien, tendenziell körperlich gesünder als Nicht- Gläubige. Und glücklicher. Denn kaum etwas spendet mehr Zuversicht, Sinn, Selbstvertrauen und Halt als der Glaube an eine höhere Macht, an Gott. Der Tipp „Kauf dich glücklich“ wäre also zu ersetzen durch „Mach dich glücklich!“

Jutta Johannwerner

ist Leiterin des ka:punkt und der Beratungsstelle im Forum.

Sie reist und fotografiert gerne, freut sich an schönen Dingen und an den Menschen, denen sie begegnet.