Wert(e)volle Zeit – trotz Corona…

Wer hätte gedacht, wie die Zeit – oder zumindest unsere Wahrnehmung von Zeit – sich verändern würde, als wir die Aktion “wert(e)volle Zeit” geplant haben. Auf einer Schreibfolie auf unserem Schaufenster zur Grupenstraße hin wollten wir die Passantinnen und Passanten einladen, ihre spontanen Gedanken aufzuschreiben. Nicht virtuell, sondern physisch. Nicht digital, sondern analog. Mit Filzschreiber, als intuitives Schreibgespräch, dialogisch, kommunikativ. Die Zeit bis Ostern – die Fastenzeit – als Zeitraum nutzen, um mitzuteilen, was einem wertvoll ist. Relativ bald füllte sich die Fläche: Vor allem mit Dingen, die man nicht kaufen kann: Gesundheit, Freundschaft, das Erleben der Natur, Glaube und Gottvertrauen. Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat vieles verändert. Die Straße vor dam [ka:punkt] ist, wie die ganze Innenstadt, weitgehend menschenleer. Der [ka:punkt] ist geschlossen. Die Fastenzeit bekommt unter dem Umgang mit dem Virus einen ganz eigenen Charakter. Gezwungenermaßen verzichten wir auf vieles, was uns so selbstverständlich ist: Soziale Kontakte, die Tasse Kaffe im Forum, Begegnungen, Konzerte, Gottesdienste, Reisen. Und gleichzeitig stellt sich etwas ein, was manche Entschleunigung nennen, Konzentration auf das Wesentliche, Mitgefühl und Solidarität. Auch wenn so ziemlich alles abgesagt ist: Ostern ist nicht abgesagt. Wir werden das Fest des Lebens dieses Jahr nur ganz anders feiern. Mit geschärftem Blick. Und wenn das Leben wieder an Normalität gewinnt, werden wir spüren, was sich verändert hat. Vielleicht war es im Rückblick auch eine wert(e)volle Zeit.

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